Die Ausstellung

Josef Hegenbarth, Der Gekreuzigte, 1961, Pinselzeichnung, 46 × 32 cm

Kabinettpräsentation 2017

Die Krux mit dem Kreuzweg

22. Juni — 21. Juli 2017

Ort:

Hegenbarth Sammlung Berlin
Nürnberger Straße 49
10789 Berlin

Information, Begegnung, Austausch

St. Hedwig wurde nach Skizzen Friedrichs II., inspiriert vom Pantheon, und Plänen Georg Wenzeslaus von Knobelsdorffs errichtet und 1773 geweiht. Der Bau brannte 1943 nach einem Luftangriff aus, nur die Außenmauern blieben stehen. Der Innenraum wurde dann nach Entwürfen des renommierten Düsseldorfer Architekten Hans Schwippert neu ausgestaltet und 1963 vollendet. Die künstlerischen Beiträge, die eigens dafür gefertigt wurden, bilden ein einmaliges ästhetisches Gesamtkunstwerk. Josef Hegenbarth schuf — nach anfänglichem Zögern — eine Kreuzwegfolge für die Unterkirche, das letzte große Auftragswerk vor seinem Tod 1962. Der international anerkannte Berliner Metallbildhauer Fritz Kühn fertigte zartgliedrige Raumelemente, der Glaskünstler Anton Wendling die geometrisch-rhythmisch gegliederten Kirchenfenster, Hubertus Förster und Fritz Schwerdt Goldschmiedearbeiten und liturgische Gefäße.

Die Gemeinde von St. Hedwig hat über 50 Jahre ihre Kathedrale zufrieden und stolz genutzt. Das Erzbistum Berlin verfolgt nun akute Pläne, dieses einzigartige Zeugnis einer gelungenen Kooperation zwischen West und Ost ohne bauliche Notwendigkeit zu zerstören und den Innenraum neu und modisch als Eventlocation umzugestalten. Die Unterkirche soll geschlossen, ein weiteres Baudenkmal aus DDR Zeiten für immer vernichtet werden. Die private Hegenbarth Sammlung Berlin engagiert sich mit einer Präsentation von verwandten Kunstwerken, Skizzen, Modellen und Materialmustern aus der Zeit für den Erhalt dieser einmaligen Raumschöpfung und bietet mit der Kabinettausstellung, Führungen und Veranstaltungen im Juni und Juli 2017 ein Forum für Information, Austausch und Begegnung zwischen interessierten Kunst- und Architekturliebhabern, Denkmalschützern und Kirchgängern.

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