Die Ausstellung

links: Josef Hegenbarth, Der Affe als Mensch, um 1940, Pinselzeichnung
rechts: Wolf Suschitzky, Guy the Gorilla, London Zoo (Detail), 1958, Fotografie*

Tiere schauen

09. Juli — 10. Oktober 2015

Ort:

Hegenbarth Sammlung Berlin
Nürnberger Straße 49
10789 Berlin

Gruppenausstellung
Eröffnung der Ausstellung: Mittwoch, 8. Juli, 19—21 Uhr
Kinder-Vernissage: Sonntag, 12. Juli, 12—14 Uhr
Sommerferien: von 27. Juli — 10. August 2015 geschlossen

Die zweite Ausstellung der Hegenbarth Sammlung Berlin „Tiere schauen“ — parallel zur großen Themenausstellung „Wir kommen auf den Hund“ im Kupferstichkabinett Berlin – gewährt Einblicke in die Wechselbeziehung zwischen Mensch und Tier, wie der Mensch auf das Tier sieht und auch, wie die Kreatur zurückschaut. Die Beiträge der mehr als dreißig internationalen, überwiegend zeitgenössischen Künstler untersuchen den Blickkontakt mit dem beseelten Gegenüber, das Tier als Projektionsfläche für bewusste und verdrängte Emotionen: Lust, Ekel, Exotismus, Schaulust und auch Humor. Abgebildet werden Vorstellungen vom Animalischen, die symbolische Zähmung wilder Tiere, die Verniedlichung reißender Bestien, das Bannen von Kult-, Märchen- und Fabeltieren in Literatur, die Tierhaltung in Zoos und Käfigen bis hin zu Präsentationsformen toter Tiere oder gar Trophäen in Museen und Schausammlungen. Die Kabinettausstellung setzt mit Josef Hegenbarth und einigen seiner Zeitgenossen ein und reicht bis in die heutige Zeit. Einige Arbeiten wurden speziell für diese Schau geschaffen. Sie versammelt Malerei, Zeichnung, Grafik, Fotografie und Skulptur.

Der Sammlungskünstler Josef Hegenbarth (1884—1962) hat sich in seinem Gesamtwerk immer wieder intensiv mit dem Tier befasst. Er verbrachte viel Zeit im Dresdener Zoo, im Zirkus, in Parks und auf öffentlichen Plätzen, wo er immer auch Tiere als belebte Motive vorfand. Häufig treffen wir bei Hegenbarth z.B. auf einen Hund, der im Kaffeehaus die Gäste beobachtet oder wie unbeteiligt inmitten einer Menschenmenge steht, als einziger aus dem Bild hinaus in die Ferne blickt, während die Passanten alle mit ihren Verrichtungen oder den anderen Menschen beschäftigt sind. Im Zoo faszinierten ihn exotische und rare Tiere wie Panther, Affen, Hyänen, Wölfe, Bären, die er mal mit elegantem Strich rasch skizzierte oder liebevoll und detailliert, fast streichelnd ausmalte. Oft jedoch sind die gaffenden Menschen das eigentliche Objekt seiner Betrachtung, die Tiere in ihren Gehegen und Käfigen treten dann schemenhaft in den Hintergrund.

Diese erste Themenausstellung der Hegenbarth Sammlung Berlin läuft vom 9. Juli über die Sommerpause bis zum 11. Oktober 2015. Zur Ausstellung erscheint im Sommer eine begleitende Publikation mit zahlreichen Farbabbildungen und einem Text (deutsch/englisch) von Christina Katharina May, Kunsthistorikerin mit den Schwerpunkten Zoo und Kunst im 20. Jahrhundert, tätig am Duchamp Forschungszentrum des Staatlichen Museums Schwerin, sowie ebenso zweisprachig dem Referenztext „Warum sehen wir Tiere an?“ / „Why Look at Animals?“ von John Berger.

Künstler der Ausstellung:

Thomas Baumhekel, Matthias Beckmann, Ursula Böhmer, Mark Dion, Piotr Dluzniewski, Ayşe Erkmen, Max Ernst, Elliott Erwitt, Ingeborg Gabriel, GIOM — Guillaume Bruère, Roman Frechen, Ulrich Görtz, HAP Grieshaber, Trixi Groiss, Waldemar Grzimek, Emanuel Hegenbarth, Josef Hegenbarth, Norbert Hinterberger, David Hockney, Candida Höfer, Leiko Ikemura, Sven-Åke Johansson, Karin Kneffel, Gerhard Marcks, Ewald Mataré, Nanne Meyer, Mona Mönnig, Bettina Munk, Rudolf Schlichter, Renée Sintenis, Alice Stepanek, Wolf Suschitzky, Karin Székessy, Victor Vasarely, Cornelius Völker, Stephen Wilks, Michael Wutz

Kontakt:

Karin Barth
Ruf 030 23 60 99 99
Fax 030 23 60 99 97
E-Mail:  programm@herr-hegenbarth-berlin.de
www.herr-hegenbarth-berlin.de


 

Joseph Hegenbarths Palette

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Begleitband

mit einer Zooführung in Bildern
(Tafelteil, 106 ganzseitige, farbige Abbildungen)
sowie Aufsätzen von
Josef Hegenbarth,
John Berger
und Christina Katharina May
(Textteil, 10 schwarzweiße Abbildungen)

208 Seiten, 39,— Euro
ISBN 978-3-945970-02-7

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*)  © Wolf Suschitzky, Courtesy Galerie Hilaneh von Kories

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