Bildlabor Kleistpark, Raumodell von Bildlabor und Atrium (Ausschnitt), Entwurf: kmwf ARGE von Architekten, Ausführung: Kristen Finke, 2025; Foto: Olaf Schroeder, © Bildlabor Kleistpark, 2026
Bildlabor Kleistpark
Modellräume zwischen Idee und Wirklichkeit
04. Februar — 15. Juli 2026
Ort:
Hegenbarth Sammlung Berlin
Laubacher Straße 38
14197 Berlin
Geöffnet mittwochs 12 bis 17 Uhr
„Achtung Kinder! Hier entsteht bis 2027 das Bildlabor Kleistpark.“
Die gleichnamige Zeichnung von Matthias Beckmann verdeutlicht, worum es im Modellraum der Hegenbarth Sammlung Berlin aktuell geht. Wir beleuchten unseren Transformationsprozess zum Bildlabor Kleistpark. Beckmann dokumentiert die Baustelle bis zur geplanten Fertigstellung etwa Mitte des kommenden Jahres. Seine freihändig gezeichneten Baufortschritte gaben den Ausschlag für diese anregende Konstellation: ]Drei Modelle vermitteln einen ersten Vorgeschmack auf den Neubau. Originale Kunstwerke auf Papier ergänzen die Präsentation und illustrieren unsere künftige Bildarbeit. Mit Raumillusionen, Gebäudeansichten und Stadtlandschaften aus dem Sammlungsbestand wird hier der Raum zum Thema gemacht.
Raumfüllend steht das Fassadenmodell im Maßstab 1:5, entworfen von Franz Kathe, Moritz Müller-Werther und Kristen Finke (kmwf ARGE von Architekten, 2025), im Zentrum des Modellraums. Wie Papierblätter muten die matten Glasscheiben an, die als gläserne Haut der Fassade vorgesetzt sind und sich in einen durchsichtigen Vorhang verwandeln, wenn es regnet. Die Struktur der Fassade wird im Raster der inliegenden Wände aufgegriffen. Dort wird anhand eingefügter Aluminiumbänder und -böden ein variables Präsentieren von Bildern und Objekten aus dem reichhaltigen Portfolio der Kunstsammlung möglich wird. Eine Modellwand dient dazu, die gewünschte Flexibilität unter Ausstellungsbedingen auszuprobieren und zu verfeinern. Das Innenraummodell von Atrium und Bildlabor, ein Hängeschrank der künftigen Bibliothek sowie Grafiken von Giovanni Battista Piranesi (1760), James Ensor (1886) und Wolfram Erber (1972) sind auf diesem Wandabschnitt miteinander kombiniert.
Papierarbeiten umrahmen das Fassadenmodell mit architektonischen Formen. Vielfarbig-prismatisch leuchten das experimentell gedruckte ‚Selbst als Loch‘ von Dieter Roth (1972) und das großartige Fensterbild in Pastell auf Papier von Otto Freundlich (um 1925). Wie durch eine Fensterreihe ist in den sechs lässigen Zeichnungen von Matthias Beckmann (2025/26) der Baufortschritt am Kleistpark zu beobachten. Hingegen wirft Ernst W. Nay mit einer seiner frühesten Hekate-Bilder einen heimlichen Blick wie in einen nächtlichen Zaubergarten (1945).
Weitere exquisite, teils topografische, teils fantastische Veduten aus 450 Jahren internationaler Kulturgeschichte ergänzen die Modellräume zwischen Idee und Wirklichkeit. Auch sie sind durch vielfältige Anspielungen mit dem Bau des Bildlabors verknüpft: zum Beispiel der Aufzug mythologischer Gestalten, die für den barocken Maler und Grafiker Pietro Testa um 1645 die Themen der Malerei verkörperten; ein turkmenischer Andachtsteppich aus Filz (um 1940), der die Silhouette einer Festung zeigt; eine manieristische Miniatur auf Pergament mit dem steil aufragenden ‚Turmbau zu Babel‘ (Niederländisch, um 1550) und gegenüber die monumentale Pinselzeichnung eines weiteren Turms als Charakterstudie von Isa Genzken (ohne Titel, um 1985).
Öffnungszeiten
Ab 4. Februar 2026 ist der Modellraum immer mittwochs von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
