Die Ausstellung

Josef Hegenbarths Farben, Diasec von Werner Lieberknecht, 2014 *

Josef Hegenbarths Palette

23. April — 27. Juni 2015

Ort:

Hegenbarth Sammlung Berlin
Nürnberger Straße 49
10789 Berlin

Einzelausstellung
Eröffnung: Mittwoch, 22. April, 19—21 Uhr — Die Vernissage
Kinder-Vernissage mit Programm: Sonntag, 26. April, 12—14 Uhr

Ausstellungsverzeichnis

Unsere erste Ausstellung stellt Josef Hegenbarths Hauptwerk in seiner ganzen Bandbreite vor. Aus den eigenen Beständen werden in einer beispielhaften Übersicht Malerei und Zeichnung auf Papier bei Hegenbarth beleuchtet: Pinsel-, Leimfarben-, Tusch- und Federzeichnungen, ergänzt um Aquarelle und Radierungen aus allen seinen Schaffensphasen. Seine Themenkreise umfassen Menschen während Arbeit und Zeitvertreib, Illustrationen zu biblischen und literarischen Sujets, Tierdarstellungen, Porträts, Szenen auf der Straße, im Park, Zoo, Zirkus, Theater und Kaffeehaus. Diese Vielfalt fügt sich zu einem abwechslungsreichen Parcours durch ein reiches Lebenswerk mit all seinen Facetten.

Die original erhaltene Farbpalette des Künstlers betrachten wir als Sinnbild seines umfangreichen Werkes. Hegenbarth gestaltete aus diesen kräftigen Pigmenten sein sehr eigenständiges und eigenwilliges Farbprogramm, das in der Ausstellung anschaulich wird. Die Palette wurde 2012 restauriert und ist seither im einstigen Wohn- und Atelierhaus Hegenbarths, heute Nebenstelle des Kupferstichkabinettes, in Dresden-Loschwitz ausgestellt.

Josef Hegenbarth erwies sich auf seinen langen Spaziergängen in und um Dresden als aufmerksam beobachtender Chronist — nicht historischer Geschehnisse, sondern seiner Zeit mit ihren Menschen, Eigenheiten und Phänomenen. Neben Porträts hat er ganze Typologien seiner Mitmenschen erarbeitet. Manche dieser Gestalten finden sich in seinen Bildern häufig wieder. So auch Tiere, auffallend oft ein Hund, der — gleichsam als Alter Ego des Künstlers — in unzähligen Szenen wie ein unbeteiligter Beobachter auftaucht. Diesem Thema wird die nachfolgende Ausstellung „Tiere schauen“ im Sommer gewidmet sein.

Oft nehmen Josef Hegenbarths Darstellungen auch karikaturhafte Züge an, manchmal sogar in der Nähe zum Comic. Seine Feder kann sehr spitz sein, doch nie wirken seine Menschenbilder bloßstellend oder zynisch überzogen. Stets zeugen sie von einer sehr einfühlsamen, gelegentlich humorvollen Haltung. Er muss einer von ihnen gewesen sein: er mischte sich unbemerkt unter Zoobesucher, Zirkusgäste, fiel kaum auf im Restaurant und Kaffeeausschank, wo ganz ungeniert vor ihm eine eher unhübsche Dame ihre Lippen rötet, im Park oder Schwimmbad, wo er Haltung, Gang, Gewandung, Körperbau und Mimik seiner Zeitgenossen mit raschem Strich fixiert, in der Straßenbahn, wo er Alte und Junge, Werktätige, Kinder und Rentner mit der gleichen Aufmerksamkeit nebeneinander reiht, oder inmitten von Kriegstrümmern, die Männer und Frauen kraftvoll in Angriff nehmen — immer jedoch mit einem Moment des Innehaltens, wie in einem kurzen Standbild aus einem Film über den Alltag.

Für die Zukunft plant die Hegenbarth Sammlung Berlin thematische Ausstellungen mit Arbeiten von Josef Hegenbarth, auch in Reihung mit seinen damaligen Kollegen und Künstlerfreunden, ebenso in Gegenüberstellung mit heutigen Künstlern, die in Sujets, Techniken und Betrachtungsweisen dem Sammlungskünstler nahe stehen. Ferner bereitet die Hegenbarth Sammlung Berlin Kooperationen mit anderen Institutionen vor und wird an Verbundprojekten beteiligt sein.


 

Joseph Hegenbarths Palette

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Begleitband

mit einem Essay von Bernhard Maaz (deutsch/englisch), 48 überwiegend ganzseitigen Abbildungen sowie zahlreichen literarischen Momentaufnahmen

Blick ins Buch
Information & Bestellung

96 Seiten, 16,— Euro
ISBN 978-3-945970-00-3

 


*)  © Josef-Hegenbarth-Archiv, Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Werner Lieberknecht

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